Trompetercorps der Stadtgarde Stuttgart in St.-Petersburg

trompetercorps

Das Trompetercorps der Stadtgarde zu Pferd Stuttgart 1652 bei den Weißen Nächten in St. Petersburg 2014

werner-frick_alexander-reichrudel

bei der Eröffnung der Zaren-Ausstellung in Stuttgart sind Ehrenrittmeister Werner Frick und Petersburger Alexander Reichrudel, 4. Oktober 2013, Baden-Württemberg. Foto von Cathrin Frick

Bei der Eröffnung der großen Ausstellung des Landesmuseums am 4.Oktober 2013 „Im Glanz der Zaren“ im Alten Schloß Stuttgart empfing die „Stadtgarde zu Pferd Stuttgart 1652“ die Gäste. Beim anschließenden Empfang traf der Ehrenrittmeister Werner Frick den Historiker und Vorsitzenden der russischen Gesellschaft – „Unsere neuen Zeiten e.V.“ Herrn Alexander Reichrudel aus Sankt-Petersburg. Dabei kam es zu einem sehr angeregten, freundschaftlichen Gespräch, es wurden die gleichen Interessen festgestellt und eine Reise nach St. Petersburg beschlossen. Das Ziel dieser Reise war die alten Verbindungen und Freundschaften wieder zu beleben und den verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Württemberg und Russland nachzugehen. Darauf war das Programm der Reise ausgerichtet und wurde von Herrn Reichrudel geplant und ausgearbeitet, der im November als aktiver Trompeter in die Stadtgarde zu Pferd Stuttgart 1652 eintrat.

Trompeter-Stadtgarde_Ermitage_Katharina-Grosse

Neben den Portträtt der Zarin Katharina der Große stehen in Ermitage Stuttgarter Trompetercorps der Stadtgarde während der Weiße Nächte in Petersburg. Foto von Cathrin Frick

Trompeter_inSestroretzk_Petersburg

Stuttgarter Trompeter der Stadtgarde in Sestroretzk, während der Weiße Nächte in St.-Petersburg. Foto von Cathrin Frick

stadtgarde_peterhof_2014

Stuttgarter Tromptercorps der Stadtgarde in Peterhofs Großes Saal während der Übergabe der Malerei russischen Großfürstinen Olga Nikolaewna. 5. Juni 2014, Peterhof. Foto von Cathrin Frick

Am 30.Mai 2014 flogen neun Stadtgardisten für elf Tage zu den weißen Nächten nach St. Petersburg. Die Wachablösung in der Peter Paul Festung und die Peter Paul Kathedrale mit der Grablege der Zaren war der erste Höhepunkt.
Dann galt das Interesse der Gründerin der russisch orthodoxen Kirche und des russischen Staates seit dem 10.Jahrhundert der heiligen Fürstin Olga in Pskow. Sie wurde in Wibuty in der Nähe von Pskow geboren, dort besuchten wir die heiligen Quellen. Die Dreifaltigkeitskathedrale im Kreml von Pskow wurde auf Grund einer Strahlung bzw. einer Himmelserscheinung gebaut. Anschließend empfing uns der Patriarch der Garnisonskirche, die Alexander Newsky geweiht wurde. Auf dem Rückweg nach St. Petersburg konnten wir durch eine besondere Geste des Bischofs vom Zarenhof, die Fojdorowsky Kathedrale und die ganz privaten Andachtsräume der Zarenfamilie besichtigen, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugängig sind. Die weißen Nächte in St. Petersburg erlebten wir bei der Flußfahrt auf der Newa und konnten so die beleuchteten Paläste und Brücken betrachten.
Am 5.Tag fuhren wir über Kronstadt und der Besichtigung der Nikolaus Marine Kathedrale nach Sestroretzk. Der Bürgermeister, sein Stellvertreter und die Kinder in Landestracht, die sangen und tanzten, empfingen uns sehr herzlich mit Brot und Salz. Dann ging es zur Kranzniederlegung auf den deutschen Soldatenfriedhof, wo das Trompetercorps zu Ehren der gefallenen Soldaten den Zapfenstreich blies. In Sestroretzk liegt das erste russische U-Boot, das Peter der Große vor 300 Jahren bauen lies.
Den 6.Tag begannen wir mit dem interessanten Besuch im Suworow Militär Museum. General Suworow hat die Schweiz von den französischen Truppen befreit. Anschließen besichtigten wir die Isaaks-Kathedrale. Unter der 101 Meter hohen Kuppel durfte das Trompetercorps auftreten und von den Kolonaden unter der Kuppel einen Gruß über St. Petersburg senden. Der Abschluss des Tages war ein Rundgang durch die Prunkräume der Eremitage. Das Trompetercorps präsentierte sich vor dem Gemälde von Zar Alexander I.
Der nächste Ausflug ging nach Peterhof, am Finnischen Meerbusen. Im goldenen Saal des Palastes wurde in Anwesenheit der Trompeter der Stadtgarde zu Pferd Stuttgart ein Aquarell gemalt von Großfürstin Olga Nikolajewa, spätere Königin Olga von Württemberg an das Museum übergeben. Nach einem Spaziergang zu der großen Kaskade und der Samson-Fontäne fuhren wir durch den Park mit den vielen Springbrunnen und Wasserspielen zum Alexandrija Palast in dem Königin Olga ihre Kindheit verbrachte. Am Abend begeisterte uns das Ballett „Le Corsaire“ im Mikhailovsky Theater.
Am 8.Tag fuhren wir zuerst nach Pawlowsk dem Palast von Paul I und Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg. Der Auftritt des Trompetercorps der Stadtgarde zu Pferd Stuttgart vor dem Schloß wurde im Fernsehen übertragen. Anschließend wurden wir im Katharinen Palast fürstlich empfangen. Im Thronsaal und besonders im berühmten Bernsteinzimmer präsentiere sich das Trompetercorps sich musikalisch
Der letzte Ausflug in die Umgebung von St. Petersburg ging nach Gatschina, das einzige deutsche Schloß in Russland. Hier verbrachte Paul I und Maria Fjodorowna ihre Kronprinzenzeit und erzogen ihre 10 Kinder. Es blieb das beliebteste Schloss der Zarenfamilie. Die Stadtgarde zu Pferd Stuttgart sande eine Abordnung vor 105 Jahren nach Gatschina. Am Abend besuchten wir die Ballettaufführung „Don Quichotte“ im Mariinski Theater.
Der letzte Tag begann mit der Besichtigung der Erlöserkirche auf dem Blute, die in Gedenken an Alexander II gebaut wurde, dem Bruder von Königin Olga. Beeindruckend war die Führung durch das Russische Museum, der ursprüngliche Mikhailowsky Palast mit einer bedeutenden Bildersammlung. Den Abschluss bildete der Jussupow Palace, in dessen goldenem Saal sich die Stadtgardisten musikalisch am Konzertflügel und das Trompetercorps verabschiedet haben.
Die ganze Reise war für uns ein wunderbares Erlebnis. Wir wurden überall auf das herzlichste empfangen und konnten die Gastfreundschaft in St. Petersburg erleben. Durch die Verbindungen unseres Kameraden Alexander Reichrudel, der für das Trompetercorps der Stadtgarde zu Pferd Stuttgart 1652, als Offizier zum diplomatischen Dienst gewirkt hat, konnten wir in der kurzen Zeit sehr viel sehen und vor allen standen uns alle Türen offen.

About Alexander Reichrudel

Ich bin in Petersburg geboren. Hier in meiner Heimatstadt habe ich mein erstes Studium an der Technischen Universität für Fernsehe-Technik mit dem Abschluss-Diplom als Radiotechnologie-Ingenieur abgeschlossen. Im In Deutschland absolvierte die Fachhochschule in Würzburg-Schweinfurt, um ein Ergänzungsstudium mit der Fachrichtung “Steuerrecht und Marketing für osteuropäische Länder” in Deutschland (2003) gewonnen möchte. Momentan wohne ich in Stuttgart und vertiefe insbesondere geschichtlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland (XVII / XX J.h.) bzw. Baden-Württemberg mit Sankt-Petersburg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.